Bern - Geschrieben am Freitag, August 17, 2012 19:19 von Franco - 0 Kommentare

Bergwanderung Balmhornhütte – Gasterntal

17.8.12

Alle Fotos zu dieser Tour unter diesem Link ersichtlich:
Bergwanderung Balmhornhütte

Mit dem Auto über die Klus der Kander zum grossen Parkplatz bei Punkt
1352 m.ü.M. das sich direkt beim Eingang vom Gasterntal befindet. Die
Autofahrt ins Gasterntal ist Gebührenpflichtig. Die sehr schöne und
romantische kleine Bergstrasse durch die Klus, ist so schmal, das Kreu-
zen nicht möglich ist. Der Einbahnverkehr in der Klus gilt 24 Stunden
und muss eingehalten werden. Zeiten für die Berg- Talfahrt müssen
eingehalten werden. Ein Tal wie aus längst vergangenen Zeiten: das
Gasterntal, einer der naturbelassensten Winkel im Berner Oberland.
Gefaltene Kalkschichten zeigen eindrücklich die geologischen Kräfte
der Gebirgsbildung. Ungehindert kann sich hier die Kander mit vielen
Seitenarmen in den Auenwälder ausbreiten. Über die steilen Felswände
schiessen mächtige Wasserfälle zu Tale. Über eine breite Kiesstrasse
erreichten wir das Hotel Waldhaus.
Hotel Waldhaus
Hier genehmigten wir uns einen feinen Kaffee. Nach dieser kurzen Pause
hiess es Abmarsch. Das Hotel Waldhaus ist einer der wenigen Hotel in der
Schweiz, das Zimmer ohne Elektrizität und fliessendem Wasser anbietet.
Flankiert von den höchsten Berner Kalkalpen und in einer urtümlichen
Landschaft, liefen wir taleinwärts zum Gastereholz. Bei Punkt 1367 m.ü.M.
weckte uns der geschnitzte Wegweiser der Balmhornhütte, bereits Vorfreu-
de auf die Hütte. An diesem Punkt steht eine Informationstafel zur Hütte
mit der Angabe, ob die Hütte bewartet ist. Der Aufstieg zur Balmhornhütte
bietet wunderbare Tiefblicke hinunter zur Auenlandschaft der Gasterntales
und hinüber zu den Kalkabstürzen der Doldenhornkette. Er erfordert daher
ein Minimum an Schwindelfreiheit und ein sicheres Gehen auch dann, wenn
die eine Hälfte der Welt neben den Wanderschuhen fast nur aus Luft besteht.
Der spektakuläre Hüttenweg wie auch die Balmhornhütte selbst, werden von
der SAC Section Altels in viel Fronarbeit unterhalten. Auch das Amt des Hüt-
tenwartes haben Freiwillige dieser Sektion im Turnus übernommen. Beim
Besuch in der Hütte ist die Liebhaberei, die ihr und dem Weg entgegenge-
bracht werden, auf Schritt und Tritt spürbar. Auch wenn die Balmhornhütte
nicht zu den hoch gelegenen Unterkünften zählt, so lohnt es sich gleichwohl,
mit einem nicht zu geizen: Zeit. Bei Punkt 1367 m.ü.M. hält man rechts direkt
auf die rauschenden Wasserfälle und Wildbäche zu. Der nun folgende steile
Aufstieg über einen Felsenpfad ist nur absolut trittsicheren und schwindel-
freien Berggängern zu empfehlen. Der schmale, aber gut abgesicherte Pfad
windet sich steil durch abweisende Felsbändern und Schroffen empor, quert
Wildbäche und Geröllfelder. Manche Stufen sind in den Fels geschlagen. Der
Tiefblick über die beinahe senkrechten Felswände ins Gasterntal lässt viele
erschaudern. Stahlseile dienen zur Entschärfung heikler Passagen, und eini-
ge Stege helfen, Wildbäche zu überqueren. Für schwindelfreie Wanderer ein
attraktiver Pfad mit atemberaubenden Tiefblicken in den Talgrund und zu den
Abstürzen des Fisistöcke und des Doldenhorns, wo in den Achtzigerjahren
ein gewaltiger Felssturz hinunterdonnerte. Bei Punkt 1794 m.ü.M. öffnet sich
ein kleines Hochtal. In diesem weiten Kessel unter der Nordflanke des Balm-
horn, sticht einem sofort der im makellos weiss glänzenden Balmhornglet-
scher in die Augen. In nordöstlicher Richtung durchquerten wir diesen Kessel
und erreichten die Balmhornhütte 1956 m.ü.M. die auf einer prächtigen Aus-
sichtskanzel steht. An diesem lauschigen Plätzchen empfängt dieses Bijou
von einer Hütte die Gäste. Wir wurden mit einem feinen Tee begrüsst. Heut-
zutage eher selten der Fall. Bei schönster Aussicht genossen wir hier die Mit-
tagspause.
SAC Balmhornhütte
Der Abstieg erfolgte auf dem gleichen Weg hinunter ins Gastereholz. Wieder
bei Punkt 1367 m.ü.M. angekommen, bogen wir rechts ab. Wir liefen nun
abwechslungsweise links und rechts der Kander taleinwärts Richtung Selden.
Das Gasterntal öffnete sich in seiner ganzen Pracht. Inmitten hoher Berge
empfängt einem die unverfälschte Natur. Ein wildes und sehr schönes Hoch-
tal. Immer wieder stiessen wir auf die Schäden, die die Kander beim grossen
Unwetter am 10.10.2011 angerichtet hatte.
Unwetter Gasteretal
Unwetter Gasteretal Wikipedia
Über Geissallmi 1429 m.ü.M. erreichten wir Bletschweidli 1540 m.ü.M.
Über eine Alpstrasse Punkt 1548 m.ü.M. und über Gastere erreichten wir
kurz danach Selden 1550 m.ü.M. In Selden hat man die Qual der Wahl
zwecks einkehren um etwas zu trinken, oder auch zum Übernachten.
Hotel Steinbock
Hotel Gasterntal
Geplant war, das wir hier mit dem Bus zum grossen Parkplatz, eingangs
Gasterntal, wieder zurückfahren.
Kander Reisen
Pech gehabt. Wir hätten über 2 Stunden warten müssen, bis der nächste Bus
erscheint. Nach einer kurzen Lagebesprechung, entschlossen wir uns zu
Fuss zurück zu laufen. Fast auf gleichem Weg ging es also nun zurück. Dies-
mal liefen wir aber durch das Gebiet der Silleren. Wegen Felsstürzen und
Gletscherabbrüchen sollte man hier schnell hindurch. Wir erreichten den
Fulbach. Treffender könnte der Gletscherbach nicht benannt sein. Das Was-
ser ist zwar nicht faul, aber richtig grau bis schwarz. Das Wasser bringt viel
Geschiebe vom Fulegletscher ins Tal runter. Kurz danach kam uns der Bus
der Richtung Selden fährt, entgegen. Als wir den grossen Parkplatz bei Punkt
1352 m.ü.M. erreicht hatten, überholte uns der Bus, der die Wanderer von
Selden abgeholt hatte. Zeit hatten wir nicht eingespart aber für den Körper
etwas gemacht. Mit dem Auto verliessen wir wieder über die Klus das schöne
Gasterntal.

Eine Bergwanderung,
von der man später
noch erzählt.
Durchgehend markiert,
der Weg ist mit Stahl-
seilen gut gesichert,
Schwindelfreiheit
und Trittsicherheit
trotzdem von Vorteil.

Tourenblatt mit Wanderkarte und Höhenprofil
Link zu den anderen Wanderungen
Für die ganze Strecke benötigten wir ca. 6 1/4 Std. 18,6 km
ca.1060m Aufstieg
ca.1060m Abstieg
1956m höchster Punkt
1352m tiefster Punkt

Über einen Eintrag in unserem Gästebuch
Link zum Gästebuch
würden wir uns freuen

Manuela & Franco



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