Wallis - Geschrieben am Dienstag, August 25, 2015 21:09 von Franco - 0 Kommentare

Bergwanderung Täsch – Kinhütte

25.8.15

Alle Fotos zu dieser Tour unter diesem Link ersichtlich:
SRF bi de Lüt Hüttengeschichten Bergwanderung Täsch – Kinhütte

Mit dem Auto sind wir gestern nach Täsch gefahren und haben im Hotel Walliserhof, unser von der
SRF Redaktion reserviertes Zimmer bezogen.
Hotel Walliserhof
Mit der SRF bi de Lüt Hüttengeschichten Filmcrew haben wir zu Nacht gegessen, und danach über
die bevorstehenden Filmaufnahmen gesprochen. Heute Morgen am Frühstückstisch, erklären uns
die Profis vom SRF, auf was wir achten müssen und das wir uns ganz normal verhalten sollen, wie
wir es auch tun, wenn keine Kamera auf uns gerichtet ist. Wir hoffen das alles gut über die Bühne
geht. Die Filmcrew wird geleitet von Regisseur Matthias, Nik ist der Hauptdarsteller, Gerry steht
hinter der Kamera. Stefan ist zuständig für die Spezialkamera, Janosh ist der Tontechniker, Bruno ist
zuständig für die gesamte Technik, und wir die Nebendarsteller. Wir packen unsere Rucksäcke und
steigen in den bereitstehenden Lieferwagen des SRF. Unterdessen hat die Filmcrew die ganze
Technik in den Wagen geladen. Der Wagen ist bis oben mit Filmmaterial gefüllt, und all das schleppt
die Filmcrew hinauf zur Kinhütte. Die Kinhütte ist unser heutiges Wanderziel. Vorbei an
Täschberg 1659 m.ü.M. und vorbei an der dritten Kurve 1783 m.ü.M., parkieren wir kurz danach den
Wagen und laden alles aus. Janosh verdrahtet uns mit je einem Mikrofon. Wir sind schon ein
bisschen aufgeregt. Da die Filmcrew zuerst Aufnahmen vom Wald und der Gegend durchführen
wird, braucht’s uns zu Beginn nicht. Aus diesem Grund starten wir ohne die Filmcrew. Wie mit
Matthias besprochen, werden wir uns kurz nach den Schutzgalerien von Brand wieder treffen. Wir
wandern durch den Wald der noch vom Nebel umhüllt wird. Für die nächsten Tage ist schönes
Wetter angesagt. Wir freuen uns auf das Wandern, und das Zusammensein mit der Filmcrew und
Nik. Wir erreichen die Wegkreuzung bei Punkt 1980 m.ü.M. Zugleich stossen wir auf den
Europaweg der von Grächen nach Zermatt führt.
Europaweg
Tour Monte Rosa
Tour Matterhorn
Tour de Cervin
Den Europaweg haben wir in den folgenden Tagen erwandert.
Bergwanderung – Kinhütte – Täschhütte – Täsch
Bergwanderung – Grächen – Europahütte
Bergwanderung – Europahütte – Domhütte – Randa
Der Europaweg ist zwischen der Europahütte und der Kinhütte und zwischen der Täschhütte und
Zermatt unterbrochen. Schade das es so lange braucht, bis etwas neues erbaut wird.
Bei der Wegkreuzung biegen wir links ab und erreichen das gewaltige Bergsturzgelände von Bränd.
Um den Schutz der Wanderer zu gewährleisten, wurde dieser Wegabschnitt mit einer massiven
Hangstabilisierung begehbar gemacht. Mehrere kleine Tunnels und eine lange Galerie wurden im
gewaltigen Schuttkegel von Bränd im Täschgufer erstellt. Gefahrlos überqueren wir nun dieses
Gebiet. Die Betongalerie ist an verschiedenen Stellen durch herunterfallende Felsbrocken in
Mitleidenschaft gezogen worden. Wir sind froh diesen mit unglaublich viel Aufwand ausgebaute
Wegabschnitt rasch hinter uns lassen zu können. Vorbei an Punkt 2008 m.ü.M. folgt nun ein
kräftiger Anstieg durch blockiges Gelände, das sich im Laufe der Jahre in einem wildromantischen
Felsengarten mit knorrigen Lärchen verwandelt hat. Weiter deutlich über mehrere Kehren
ansteigend erreichen wir Punkt 2199 m.ü.M. Bei einem wüsten Blockfeld im Westabhang der
Leiterspitzen entledigen wir uns der Rucksäcke und warten auf die Filmcrew. Kurze Zeit später
erscheint Nik und die Filmaufnahmen werden gestartet. Wir können es immer noch nicht glauben,
dass wir in ein paar Wochen im Fernsehen zu sehen sind. Immer wieder werden Szenen und
Gespräche aufgenommen. Die Filmcrew gibt uns Tipps und sind auch sonst sehr hilfreich.
Matthias unser Regisseur hat alles unter Kontrolle und weiss ganz genau was wo gefilmt werden
muss. Nik ist ein lustiger und interessanter Gesprächspartner. Gerry und Stefan sind wirkliche
Profis was Filmaufnahmen betrifft.
SRF bi de Lüt Hüttengeschichten Spezial
Nach einem anstrengendem Anstieg zum Springelboden 2219 m.ü.M., wo der Weg wieder flach wird,
umkurven wir einen Gratausläufer und treten in die eindrückliche Grabenlandschaft von Wildkin.
Der Nebel lichtet sich und erlaubt uns dadurch, die ersten Tiefblicke in das Mattertal zu erhaschen.
Über einen in den Fels gehauenen, ausgesetzten aber perfekt abgesicherter Pfad laufen wir nun
nach Osten in den schluchtartigen Kessel des Wildkin hinein. Hier bei schönster Aussicht ins
Wildkin und zur Kinhütte, legen wir eine Mittagspause ein. Während dem Essen werden wir wieder
gefilmt und Nik stellt uns Fragen wie zum Beispiel: wieso wir gerne in die Berge gehen?, wieso haben
wir das Ziel so viele SAC Hütten zu besuchen wie möglich? usw. Nach einem unterhaltsamen
Mittagessen wandern wir über diesen recht abenteuerlichen Weg bis zu Punkt 2228 m.ü.M. Über
eine solide Brücke überschreiten wir den aus der Kintole schiessenden Gletscherbach. Kurz nach
dem Wildibach zweigt rechterhand, der “Edelweissweg” zur Kinhütte ab. In der Tat blüht im August
ausgesprochen viel Edelweiss am Wegrand. Wir verlassen den Europaweg und steigen über
unzählige Kehren hinauf zur Kinhütte. In den Steilfelsen hoch über unsere Köpfe, über dem tief
eingeschnittenen Kessel des Wildkin, klebt die Kinhütte. Über einen teilweise ausgesetzten
Bergweg, erreichen wir die traumhaft schön gelegene Kinhütte 2582 m.ü.M.
Kinhütte
Herzlich werden wir von Lisa und Peter empfangen. Lisa haben wir vor ein paar Jahren
kennengelernt. Dazumal war sie Hüttenwärtin auf der Lobhornhütte.
Wanderung Saxeten – Bällehöchst – Lobhornhütte
Bergtour – Lobhornhütte – Bietenlücke – Schilthorn
Peter zeigt uns die Schlafräume, wo wir mit der Filmcrew zusammen, heute Nacht schlafen
werden. Wir machen uns frisch, ziehen andere Kleider an und machen uns auf der Terrasse
bequem. Die Aussicht ist einfach umwerfend. Hinter uns das Täschhorn. Auf der anderen Seite
des Mattertal türmt sich das Weisshorn mit seinen mächtigen Gletscherflanken in die Höhe.
Gleissende Gletscherzungen fliessen von ihnen herab, stürzen sich in den Talgrund oder haben
das zumindest noch vor wenigen Jahrzenten getan. Doch auch trotz dem rapiden Abschmelzen
der Gletscher ist der Anblick immer noch gewaltig. Weiter taleinwärts können wir das Zinalrothorn
bestaunen. Im Talgrund ganz zuhinterst erkennt man Zermatt. Der absolute Höhepunkt ist aber
das Matterhorn. Aus der Ferne betrachtet, vielleicht aus der Höhe eines guten Aussichtspunkts
wie dem Gemmipass und zusätzlich noch aus einer neuen, ungewohnten Perspektive vermag
das Matterhorn kaum besonderen Eindruck zu machen. Plötzlich wirkt es bescheiden und
unauffällig zwischen den es umgebenden, wahren Giganten des Alpenraums. Doch die, aus der
Ferne betrachtet, fehlende körperliche Grösse und die geringe Masse des Matterhorns sind
sofort vergessen, wenn man das “Horu” in seinem eigenen Theater auftreten lässt, dort wo es
hingehört und der unbestrittene Star ist: in Zermatt. Selbst abgebrühte Weltreisende, die schon
alles gesehen zu haben glauben, können sich dem Bann dieses Berges nicht entziehen – ein
Publikumsmagnet und Werbeträger ersten Ranges, der die kleine, arme Walsersiedlung von
einst, in einen florierenden weltberühmten Ferienort verwandelt hat. Dabei ist das “Horu” streng
genommen nicht einmal ein Einheimischer. Bei der Auffaltung der Alpen, bei der
Gesteinsschichten unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichster Zusammensetzung
über-, unter- und ineinander gedrückt wurden, fand das Matterhorn seine heutige Position und
damit seine gegenwärtige Heimat. Tatsächlich besteht der Berg zu Hauptsache aus Granit,
der ursprünglich aus Afrika stammt: Der von der afrikanischen Kontinentalplatte abgebrochene
apulische Kontinent wurde hier bei Zermatt auf eine maritime Sedimentschicht geschoben,
der das Matterhorn noch heute thront. Während wir die Aussicht geniessen wird weiter gefilmt.
Nik führt ein Interview mit Lisa und Peter. Lisa und Peter verwöhnen uns danach mit einem
sehr guten Nachtessen. Auch während dem Essen wird gefilmt. Nach dem Nachtessen sitzen
wir noch draussen auf der Terrasse und schauen hinunter in das Lichtermeer von Zermatt.
In diesen Tagen vor genau 150 Jahren wurde das Matterhorn zum ersten Mal bestiegen.
Gross sind die Feierlichkeiten in Zermatt. Jeden Abend wird an einer Lampenkette,
schön der Reihe nach, eine Lampe nach der anderen angezündet. So ist auch in der Nacht gut
ersichtlich, wie der Wegverlauf war, als die Wagemutigen Männer den “Horu” bestiegen haben.
Matterhorn 150 Jahre
Gemütlich sitzen wir danach alle zusammen in dieser sehr schön erbauten Kinhütte.
Es wird geredet und gelacht. Nik erzählt Witze und dazu geniessen wir einen guten Wein.
Mit grossen Eindrücken und Erlebnisse im Kopf gehen wir zu Bett.

Gut ausgebauter Hüttenweg.
An ausgesetzten Stellen, mit
Seilgeländer abgesichert.
Phasenweise etwas ruppigeres
Terrain, mitunter Querung von
Steinschlagbereichen.
Trittsicherheit wichtig,
konditionell für Berggewohnte normal.

Tourenblatt mit Wanderkarte und Höhenprofil
Link zu den anderen Wanderungen
Für die ganze Strecke benötigten wir ca. 3 Std. 4,9 km
ca.1040m Aufstieg
ca.240m Abstieg
1810m höchster Punkt
2582m tiefster Punkt

Über einen Eintrag in unserem Gästebuch
Link zum Gästebuch
würden wir uns freuen

Manuela & Franco



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